BI "ProErmelingschule"

Aktuelles

 

Vorbemerkung

Da mein Leserbrief, der am 24.4.2012 im Westfälischen Anzeiger abgedruckt worden ist, vom verantwortlichen Redakteur deutlich bearbeitet wurde, hier nun die Möglichkeit, den Originaltext zu lesen. Wichtig dabei vor allem, dass zwar die SPD deutlich gegen den Fortbestand der Ermelingschule Stellung bezieht, aber es einzelne SPD-Mitglieder auch anders sehen als der Mainstream in ihrer Partei.

 

 

 

Leserbrief Joachim Zierke im WA vom 24.4.2012

Normalerweise ist es nicht meine Art, mich in Leserbriefen zu äußern. Ich suche lieber das Gespräch mit den Menschen auf einem direkten Weg. Aber da Bürgermeister Rainer Eßkuchen sich in der Presse geäußert hat, möchte ich darauf auch an dieser Stelle reagieren.

Herr Lindemann (Chefredakteur des WA, Lokalteil Bönen) rief mich an und fragte, ob die Bürgerinitiative „pro Ermelingschule“ davon unterrichtet sei, dass die Kommunalgemeinde Bönen sich finanziell nicht an einer Stiftung zum Erhalt der Ermelingschule beteiligen dürfe. Dies bejahte ich, da der BI die druckfrische E-Mail aus Unna bei einem Treffen mit der SPD-Fraktion Ende März von Herrn Carbow vorgelesen wurde. Somit hat Bürgermeister Rainer Eßkuchen Recht, dass die BI schnellstmöglich informiert worden ist. Bis heute hat die BI allerdings keine offizielle schriftliche Benachrichtigung erhalten. Herr Lindemann fragte weiter, ob der Bürgermeister die BI persönlich in Kenntnis gesetzt habe. Da Bürgermeister Rainer Eßkuchen seit der inoffiziellen Bürgerversammlung im September 2011 in der Ermelingschule und dem äußerst misslungenen „Runden Tisch“ im November 2011 bis heute nicht persönlich mit der BI Kontakt aufgenommen hat, verneinte ich dies. Das mag in dem Artikel vom Freitag so nicht deutlich geworden sein.

Dass die Kommunalgemeinde Bönen sich nicht aktiv finanziell an der Stiftung zum Erhalt der Ermelingschule beteiligen darf, verstehe ich, und kann ich nachvollziehen. Was mich – und sicherlich einen Großteil der Bevölkerung im Bönener Süden (vielleicht auch darüber hinaus) – sehr enttäuscht ist: Es gibt keine Signale, seitens der Mehrheitsfraktion im Rat (bis auf wenige Ausnahmen), der Verwaltung oder des Bürgermeisters, die deutlich machen: „Der Standort Ermelingschule ist auch uns ein Anliegen. Und wenn wir uns schon nicht finanziell beteiligen können (dürfen oder wollen), stehen wir hilfreich zur Seite, um die Stiftung auf die Beine zu stellen.“ Die Stiftung soll ja gerade dazu dienen, die Kommune von Kosten zu befreien und dennoch dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nachzukommen, die Ermelingschule zu erhalten. Eine genaue Auflistung der Betriebskosten auf das Gebäude der Ermelingschule bezogen, hat die BI von der Verwaltung bisher noch nicht erhalten. Die Zahl „1 Million Euro“ ist ein Mindestwert, mit dem als Startkapital gearbeitet werden kann.

Die Entscheidungsträger in der Verwaltung und in der Mehrheitsfraktion übersehen die Bedürfnisse vieler Einwohner Bönens und nehmen das Zusammenbrechen der Infrastruktur in den Randgebieten Bönens in Kauf. Gute pädagogische Arbeit im Elementar- und Primarbereich wird bewusst gegen die Wand gesetzt. Dazu passt, dass Bürgermeister Rainer Eßkuchen bei der Einweihung der neuen Räumlichkeiten der Diakoniestation Bönen-Flierich-Hilbeck wieder einmal äußerte: „Kinder und Alte gehören in die Mitte der Gemeinde!“ Dem kann ich zustimmen, wenn die Mitte da ist, wo – in unserem Fall – die Kinder am besten betreut werden können und nicht dort, wo die vom Bürgermeister festgelegte Mitte von Bönen ist. Auch Flierich, Bramey und Lenningsen haben eine Mitte, die sich um Familienzentrum Alter Bahnhof, Ermelingschule, Kirche, Gaststätte, Sport- und Trainingsstätten und Vereinsleben einpendelt.