BI "pro Ermelingschule"

Aktuelles

Pressemitteilung, 20.6.2012

Bürgerinitiative

„ p r o   E r m e l i n g s c h u l e“

Eine Initiative für den Erhalt der Ermelingschule

B I - pro - ES

 

Pressemitteilung

 

Spendenaktion 500*100

 

Vor acht Monaten haben ca. 1.000 Menschen zwischen dem Evangelischen Familienzentrum Alter Bahnhof Lenningsen und der Ermelingschule eine Menschenkette gebildet, um ihrem Willen zum Erhalt der kleinen einzügigen Grundschule im Bönener Süden Ausdruck zu verleihen. Obwohl die Schließung der Schule schon so gut wie beschlossen war, konnte durch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger – auch über die Dörfer Bramey, Lenningsen und Flierich hinaus – der Beschluss zur Schließung zunächst abgewendet werden. Dabei spielten sicherlich die deutliche Demonstration des Bürgerwillens und die hohe Bedeutung der Ermelingschule mit ihrer Sporthalle für die Infrastruktur der südlichen Dörfer eine Rolle. Ein Anmeldeverfahren wurde durchgeführt, und die größte Eingangsklasse aller Bönener Grundschulen konnte gebildet werden.

Die Zusage der Politik sah im Oktober folgendermaßen aus:

  • Weil eine ausreichend große Eingangsklasse gebildet werden konnte, kann die Ermelingschule zumindest ein Jahr weiterbestehen.
  • Konzeptionelle Überlegungen für die Ermelingschule sollen angestellt werden.
  • Aufstellung der Ermelingschule als private Ersatzschule soll auf Machbarkeit untersucht werden.
  • Vor den Sommerferien 2012 soll eine weitergehende Entscheidung über den Fortbestand der Ermelingschule gefällt werden.
  • Bei allen Entscheidungen soll die gesamte Bönener Schullandschaft im Blick bleiben.


Die Bürgerinitiative „pro Ermelingschule“ (im Folgenden „BI“) hat sich daraufhin an die Arbeit begeben, um für den Fortbestand der Ermelingschule die Voraussetzungen zu schaffen.


Die Errichtung einer privaten Ersatzschule wurde seitens der Bezirksregierung in Arnsberg ausgebremst, da die Kommunalgemeinde Bönen durch die Mitarbeit an einem „Runden Tisch“ deutlich gemacht habe, dass sie Kosten, die sie selber zu tragen habe, auf das Land NRW abwälzen möchte. Dadurch ist eine Genehmigung durch das Schulministerium in Düsseldorf verhindert worden. Diese Tatsache ist der BI Anfang März in Arnsberg mitgeteilt worden. Darüber hat die BI in einer Informationsveranstaltung die Öffentlichkeit informiert.

 

Als nun eventuell gangbarer Weg stellte sich die Idee einer Stiftung zugunsten der Ermelingschule dar. Diesen Vorschlag hat die BI dem Schulausschuss auf seiner Sitzung im März unterbreitet. Der Gedanke war, dass die Kommunalgemeinde Bönen sich mit den Kosten an einer Stiftung beteiligen würde, die der Abriss des Schulgebäudes verursachen würde. Dies wurde von der Unteren Staatlichen Verwaltungsbehörde (Kommunalaufsicht) Unna untersagt. Desweiteren wurde nach einem Termin bei einem Rechtsanwalt und Notar die Rechtslage deutlich, dass in eine Stiftung eingelegte Gelder nach Wegfall des Stiftungszwecks nach dem Stiftungsrecht nicht an die Stiftungsgeber zurückgezahlt werden dürfen. Damit ist es in weite Ferne gerückt, die notwendigen Einlagen in einer kleinen Gemeinde wie Bönen abzurufen.

 

Da die Kommunalgemeinde Bönen sich in der Haushaltssicherung befindet und die Verwaltung deutlich benennt, dass sie um jede 1.000 Euro dankbar sei, die sie an irgendeiner Stelle einsparen könne, ruft die BI nun zu einer Spendenaktion zugunsten der Ermelingschule auf. Die durchschnittlichen Betriebskosten der Ermelingschule betrugen in den zurückliegenden vier Jahren (2007-2011) 50.695,72 Euro pro Jahr. Wenn die Kommunalgemeinde Bönen in den kommenden Jahren für jedes Jahr ein Anmeldeverfahren für die Ermelingschule durchführt (also nach den Sommerferien 2012 das nächste Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2013/2014 usw.) wird die BI mindestens 500 Menschen finden, die bereit sind, jedes Jahr 100,00 Euro – oder gerne mehr – an den Förderverein Ermelingschule gegen Spendenbescheinigung zu spenden. Die Kommunalgemeinde Bönen hat bis einschließlich zum Schuljahr 2014/2015 die Kosten der Ermelingschule zu tragen, da ein Auslaufen des Schulbetriebes seitens der Politik zugesagt ist. Wenn nun für jedes Schuljahr ein Anmeldeverfahren durchgeführt wird, würde die BI über den Förderverein Ermelingschule nach diesen drei Jahren – also zum Schuljahr 2015/2016 – für die Betriebskosten der Ermelingschule aufkommen. Bis zu diesem Zeitpunkt wären bei Erfolg der Aktion „500*100“ mindestens 150.000,00 Euro (plus Zinsen) zusammengekommen.

 

Die Bürgerinnen und Bürger haben mit der Menschenkette im September 2011 ein deutliches Zeichen für ihre Ermelingschule gesetzt. Dass wir den Erhalt der Ermelingschule nicht zum Nulltarif von einer Kommune bekommen können, die in der Haushaltssicherung steht, sollte jedem einleuchten.

Deshalb sind wir als Bürgerinnen und Bürger nun gefordert,

  • uns den Erhalt unseres Schulstandortes
  • die hervorragende Betreuung unserer Kinder vom Krabbelalter bis zum 10.Lebensjahr im Familienzentrum und der Schule
  • und die generationenübergreifende Begleitung von Familien und Senioren

etwas kosten zu lassen.

Wird die Schule geschlossen, wird über kurz oder lang das Familienzentrum Einbußen hinnehmen müssen. Es werden hier bis zu vier Arbeitsplätze wegfallen. Die Sporthalle wird als nächstes zur Disposition stehen. Und dann werden unsere Dörfer zu reinen Schlafstätten, da das Vereinsleben ebenfalls betroffen sein wird.

 

Im Herbst 2011 haben wir Flagge gezeigt. Wir sind aufgestanden gegen einen Versuch, hinter unserem Rücken einen zentralen Ort unseres Gemeinschaftslebens zu schließen. Jetzt sind wir gefordert, mit unserem finanziellen Engagement ein Fundament zu gießen, auf dem die Zukunft der Ermelingschule gesichert sein kann. Wir müssen deutlich machen, dass bürgerschaftliches Engagement ernst zu nehmen ist. Man darf uns Bürgerinnen und Bürgern durchaus etwas zutrauen! Weniger als 10,00 Euro im Monat für den Erhalt der Ermelingschule – kein zu hoher Preis dafür.