1. Februar 2014

Jos 21,1-3

Text

1 Da traten herzu die Häupter der Sippen unter den Leviten zu dem Priester Eleasar und zu Josua, dem Sohn Nuns, und zu den Häuptern der Sippen unter den Stämmen Israels 2 und redeten mit ihnen in Silo im Lande Kanaan und sprachen: „Der HERR hat geboten durch Mose, dass man uns Städte geben solle, um darin zu wohnen, und dazu Weideplätze für unser Vieh.“ 3 Da gaben die Israeliten den Leviten von ihren Erbteilen nach dem Befehl des HERRN diese Städte und ihre Weideplätze.

Übersetzung der Lutherbibel 1984

 

Gedankenspiele

Die Leviten waren als einzige aus den Stämmen Israels von der Landverteilung ausgeschlossen. Ihre Aufgabe war von alters her der Dienst am Heiligtum – der Stiftshütte während der Wüstenwanderung und später dann der unterstützende Dienst für die Priester im Tempel zu Jerusalem. Damit sie für diesen Dienst frei waren, wurde ihnen der Zehnte der Erträge des Landes zugesprochen. Als Wohnsitz bekamen sie Städte zugesprochen und das Umland für ihr Vieh.

 

Die Leviten erfüllten einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft. Deshalb wurde sie von der gesamten Gesellschaft getragen. Auch heute noch gibt es Aufgaben, die Menschen für die Gesellschaft erfüllen. Dafür werden auch sie freigestellt und alimentiert.

Oftmals ist es so, dass keine messbaren Ergebnisse von ihnen erzeugt werden, die sich in Bruttosozialprodukt und Euro und Wirtschaftlichkeit darstellen lassen. Da sich die Gesellschaft aber immer mehr dahin entwickelt, dass nur noch das zählt, was sich in Euro und Cent messen lässt, wird dieser wichtige Dienst weiter an den Rand gedrückt.

 

Ich glaube, dass das Thema Wertevermittlung und der Dienst am Menschen einen viel größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen sollten als es im Moment der Fall ist. Leben ist mehr als die Leistung, die von einem Menschen verlangt wird. Wenn wir nicht aufpassen, geraten wir schnell dahin, dass nur noch das Leben wertgeachtet wird, das sich aktiv am Produktionsprozess beteiligen kann. Alles andere wird im wahrsten Sinne des Wortes „wertlos“ – wird seinen „Wert los“.

Die Leviten erinnerten die Israeliten immer wieder daran, dass der Wert des Lebens seinen Ursprung bei Gott Jahwe hat. Auch unser Leben heute hat seinen Wert durch Gott. Eine moderne Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, indem sie es sich leistet, besonders darauf zu achten, dass es in ihr Menschen gibt, die ungebunden und unabhängig den Wert des Lebens über seine Produktivität stellen. Die Leviten damals wurden entsprechend versorgt (Wohnraum und Land). Wie könnte dies in unserer Zeit aussehen?

 

Gebet

Herr, unser Gott, lass uns alles Leben aufgrund deines Schöpfungswillens wertachten. Nicht wie wir etwas beurteilen ist wesentlich, sondern weil du dieses Leben gewollt hast verleiht ihm sein Würde. Hilf uns, das in unserer Gesellschaft immer mehr zum Tragen zu bringen. Amen.

 

Ich lade dazu ein, die eigenen Gedankenspiele zum Bibeltext hier aufzuschreiben oder bereits Niedergeschriebenes zu diskutieren.

Gebt bitte dabei darauf acht, dass ihr fair miteinander umgeht. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

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