10. Januar 2014

Joh 4,15-26

Text

15 Da bat ihn die Frau: "Herr, gib mir dieses Wasser. Dann habe ich nie mehr Durst und muss nicht mehr herkommen, um Wasser zu schöpfen."

16 Jesus sagte zu ihr: "Geh, ruf deinen Mann und bring ihn her!"

17 Da antwortete ihm die Frau: "Ich habe keinen Mann."

Jesus sagte zu ihr: "Es stimmt, wenn du sagst: 'Ich habe keinen Mann.'18 Fünfmal warst du schon verheiratet, und der, mit dem du jetzt zusammen bist, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesagt."

19 Da sagte die Frau: "Herr, ich sehe: Du bist ein Prophet! 20 Unsere Vorfahren haben Gott auf dem Berg dort verehrt. Aber ihr behauptet, dass sich in Jerusalem der richtige Ort befindet, um Gott zu verehren!"

21 Da sagte Jesus: "Glaub mir, Frau: Es kommt die Stunde, in der ihr den Vater

weder auf diesem Berg noch in Jerusalem verehren werdet. 22 Ihr Samariter betet Gott an und kennt ihn nicht. Wir beten Gott an und kennen ihn. Denn die Rettung für alle Menschen kommt aus dem jüdischen Volk. 23 Aber es kommt die Stunde, ja, sie ist schon da! Dann werden die Menschen, die Gott wirklich verehren, den Vater anbeten. Dabei werden sie vom Heiligen Geist und von Gottes Wahrheit erfüllt sein. Denn der Vater sucht Menschen, die ihn so anbeten. 24 Gott selbst ist Geist. Und wer ihn anbetet, muss dazu vom Geist und von der Wahrheit erfüllt sein."

25 Da sagte die Frau zu ihm: "Ich weiß, dass der Messias kommt. Man nennt ihn auch Christus. Wenn der kommt, wird er uns über all das Auskunft geben."

26 Jesus antwortete: "Ich bin es. Ich, der mit dir spricht."

Übersetzung der Basisbibel

 

Gedankenspiele

Die Samariterin ist fasziniert von Jesus. Seine Worte vom lebendigen Wasser (Joh 4,1-14) haben in ihr etwas angerührt. Doch so ganz hat sie das, was Jesus meint, noch nicht verstanden. Und so geht Jesus einen Schritt weiter. Er macht ihr deutlich, wie gut er sie kennt, obwohl sie sich doch gerade erst am Brunnen getroffen haben. Die Frage nach ihrem Mann und die Antwort der Frau zeigen: Jesus weiß um die Lebenssituationen, in denen die Samariterin sich zurecht finden muss. Er weiß auch um ihre Gefühle.

Daran erkennt die Frau, dass Jesus mehr sein muss als ein durstiger Wanderer. Und das Gespräch kommt auf das Thema „Juden und Samariter“. Es wird deutlich, dass weder der Ort der Anbetung (Berg oder Tempel in Jerusalem) noch die Herkunft des Glaubenden eine Rolle spielen. Von Bedeutung sind nur zwei Dinge:

1. Der Messias – der Christus (beides heißt übersetzt „der Gesalbte“) – kommt aus dem jüdischen Volk.

2. Wer das erkennt, wird Teil haben am Heiligen Geist, und kann Gott in rechter Weise die Ehre geben.

 

Das sind beides theologische Aussagen. Aber sie nur zu hören, kann nicht genug sein. Sie müssen verknüpft werden mit meinem Leben, sonst bleiben sie leer und folgenlos. Und deshalb muss ich mir die Fragen ehrlich beantworten:

• Glaube ich, dass Jesus von Nazareth der Messias, der Christus Gottes ist?

• Glaube ich, dass in ihm Gott selber Mensch geworden ist und weiter mein Leben mit mir teilt?

Diese Fragen werde ich mir nicht mit einem schnellen JA! oder NEIN! beantworten können. Diese Fragen werde ich lange mit mir tragen. Von Maria, der Mutter Jesu, heißt es, dass sie alles in ihrem Herzen bewegte, was ihr von ihrem Kinde gesagt war. So werde ich auch das alles in mir bewegen müssen, wenn ich diese Fragen für mich klären möchte. Zweifel gehören zu diesem Prozess dazu. Doch von Gott selbst werde ich durch seinen Heiligen Geist auf die Spur des Glaubens gesetzt.

 

Gebet

Herr, mein Gott, schenke mir jeden Tag neu deinen Geist, damit ich auf die Spur des Glaubens gesetzt werde – immer wieder neu. Du kennst mich mit all meinem Vertrauen und all meinen Zweifeln. Bleibe du mir nahe, damit ich die nahe bleiben kann. Amen.

 

 

Wer mag, kann seine Gedanken zum Bibeltext hier aufschreiben oder bereits Niedergeschriebenes diskutieren.

Bitte dabei darauf achtgeben, dass fair miteinander umgegangen wird. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0