12. Januar 2014

Ps 96

Text

1 Singt dem HERRN ein neues Lied!

Singt dem HERRN, alle Länder der Erde!

2 Singt dem HERRN, preist seinen Namen!

Verkündet seine Hilfe von Tag für Tag!

3 Erzählt den Völkern von seiner Herrlichkeit,

allen Nationen von seinen Wundertaten!

4 Ja, groß ist der HERR und hoch zu loben.

Man muss ihn über alle Götter fürchten.

5 Denn alle Götter der Völker bewirken nichts.

Der Herr aber hat den Himmel gemacht.

6 Schönheit und Pracht gehen von ihm aus.

Macht und Glanz erfüllen sein Heiligtum.

 

7 Gebt dem HERRN die Ehre, ihr Völkerscharen!

Gebt sie dem HERRN und erkennt seine Macht an!

8 Gebt dem HERRN die Ehre, die seinem Namen gebührt!

Bringt Opfergaben und kommt in sein Heiligtum!

9 Fallt nieder vor dem HERRN in seiner heiligen Pracht!

Zittert bei seinem Anblick, ihr Länder der Erde!

 

10 Sagt den Völkern: »Der HERR herrscht als König!«

Die Erde ist fest gegründet, dass sie nicht wankt.

Er richtet die Nationen nach Recht und Ordnung.

11 Der Himmel soll sich freuen und die Erde jauchzen.

Das Meer soll brausen und alles, was in ihm lebt.

12 Das Feld soll fröhlich sein mit seinen Früchten.

Dann brechen alle Bäume des Waldes in Jubel aus –

13 vor dem Angesicht des HERRN, wenn er kommt.

Denn er kommt, um Gericht zu halten auf der Erde.

Über den Erdkreis wird er ein gerechtes Urteil fällen

und die Nationen nach seiner Wahrheit richten.

Übersetzung der Basisbibel

 

Gedankenspiele

Mein erster Gedanke: dieser Psalm steckt voller Dynamik und Bewegung. Der Beter überschlägt sich in seinen Worten zum Lob Gottes. Ich habe fast den Eindruck, dass er gar nicht weiß, womit er beginnen soll. Er ist vollkommen überwältigt von Gottes Größe und Herrlichkeit.

Es wundert mich nicht, dass dieser Psalm im liturgischen Kalender für das Weihnachtsfest ausgesucht worden ist. Am 1. und 2. Weihnachtstag beten wir ihn in Auszügen in unseren Gottesdiensten. Und wirklich: Kann Gott größeres Tun, als Mensch zu werden und uns so nahe zu kommen?

Der ganze Psalm ist eine einzige Aufforderung, Gott zu loben: singen, erzählen, verkünden, Gott die Ehre geben, niederfallen, Opfergaben bringen – dazu werden die Menschen aufgefordert. Selbst die Natur – Gottes Schöpfung – soll in das Lob Gottes einstimmen. Gott nähert sich seiner Schöpfung – so beschreibt es der Psalm. Und wir können uns Gott nur nähern, indem wir bewusst wahrnehmen, wie Gott an uns handelt.

 

Für mich ist und bleibt es Grund, Gott zu loben und ihm zu danken für alles, was er mir schenkt. Vieles nehme ich als selbstverständlich hin. Doch wenn ich mich umschaue, merke ich, dass das allermeiste nicht auf meine eigene Leistung zurückzuführen ist, sondern ich es dem Handeln Gottes verdanke. Das vor den Menschen zu bezeugen, dazu laden mich die Worte des 96.Psalms ein.

Und wenn ich das erkannt habe, geht es für mich nicht noch einen Schritt weiter?

Mit meinem Wohlergehen ist die Aufgabe verbunden, für andere da zu sein.

 

Gebet

So vieles ist mir geschenkt, mein Gott. Ich nehme die guten Güter aus deiner Hand, nutze sie und lebe von ihnen. Lass dies nicht selbstverständlich werden, sondern immer wieder ein Wunder sein in meinen Augen, für das ich dich loben und die danken darf. Amen.

 

Wer mag, kann seine Gedanken zum Bibeltext hier aufschreiben oder bereits Niedergeschriebenes diskutieren.

Bitte dabei darauf achtgeben, dass fair miteinander umgegangen wird. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

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