14. Januar 2014

Joh 4,43-54

Text

43 Nach den zwei Tagen brach Jesus von Sychar nach Galiläa auf. 44 Er selbst hatte erklärt: "Kein Prophet gilt etwas in seiner Heimat." 45 Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer freundlich auf. Sie hatten alles miterlebt, was er während des Festes in Jerusalem getan hatte. Denn sie waren auch beim Fest gewesen.

46 Jesus kam auch wieder nach Kana in Galiläa. Dort hatte er Wasser zu Wein gemacht.

Da gab es einen königlichen Beamten, dessen Sohn lag schwer krank in Kafarnaum. 47 Der Beamte erfuhr, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen war. Da ging er zu ihm und bat ihn: "Komm nach Kafarnaum herunter und mache meinen Sohn gesund. Er liegt im Sterben." 48 Jesus sagte zu ihm: "Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht." 49 Der königliche Beamte erwiderte: "Herr, bitte geh hin, bevor mein Kind stirbt." 50 Jesus sagte zu ihm: "Geh ruhig heim! Dein Sohn lebt!" Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus ihm gesagt hatte, und ging nach Hause. 51 Unterwegs kamen ihm schon seine Diener entgegen. Sie riefen: "Dein Kind lebt!" 52 Der Mann erkundigte sich, seit wann es dem Jungen besser ging. Sie berichteten ihm: "Gestern um die siebte Stunde hat das Fieber aufgehört." 53 Da erkannte der Vater: Das war genau zu der Stunde, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: 'Dein Sohn lebt!' Er kam zum Glauben und mit ihm alle, die in seinem Haus lebten.

54 Das war bereits das zweite Zeichen, das Jesus vollbrachte. Es geschah, als er von Judäa nach Galiläa zurückkam.

Übersetzung des Basisbibel

 

Gedankenspiele

Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus ihm gesagt hatte, und ging nach Hause. Großes Vertrauen setzt der Beamte in das Wort Jesu. Wer weiß, was er nicht schon alles getan und welche Ärzte er schon zur Hilfe geholte hatte, damit sein Sohn wieder gesund würde. War Jesus der letzte Strohhalm, an den er sich klammerte? Der Evangelist Johannes erzählt uns nicht, was im Kopf des Mannes vor sich ging, als er sich auf den Heimweg machte – nur mit dem Wort im Gepäck: "Geh ruhig heim! Dein Sohn lebt!" War er voller Hoffnung, dass das Wort wahr wäre? Oder war er resigniert, dass Jesus sich nicht die Mühe machte, nach seinem Sohn zu sehen? Aber welche Gedanken es auch gewesen sein mögen – sie wandeln sich in Glauben, als er die näheren Umstände der Gesundung seines Sohnes erfährt.

 

Glauben auf ein Wort hin. Auch mir fällt das oft schwer. Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich gerne Gewissheit haben will und doch noch einmal versuche zu kontrollieren, ob ein gegebenes Wort auch hält. Doch für meinen Glauben habe ich nur das Wort – das Evangelium – das fleischgewordene Wort Gottes in Jesus Christus.

• Ich kann mich nun mit dem Zweifel tragen, ob es denn wahr sei – dieses Wort von der Liebe Gottes, von seiner Nähe zu mir und von der Botschaft der Auferstehung.

• Ich kann mich aber auch einfach vertrauensvoll in die Wahrheit dieses Wortes fallen lassen und meinen Weg durchs Leben gehen – mit dem Glauben an Gottes Liebe, an seine Nähe zu mir und an die Botschaft der Auferstehung.

Und ich spüre, dass ich lieber mit dem Vertrauen in Gottes Wort leben möchte und mir vieles leichter wird. Bei mir würde die Antwort Gottes auf meine Bitte der Hilfe vielleicht lauten: „Geh ruhig in dein Leben! Denn dein Leben halte ich in meiner Hand!“

 

Gebet

Herr, mein Gott, ich höre dein Wort. Ich weiß, dass es mir gilt, wenn ich es lese oder zugesprochen bekomme. Lass mich im Glauben an deine Nähe und deine segnende Lebensbegleitung meinen Lebensweg beschreiten. Amen.

 

 

Wer mag, kann seine Gedanken zum Bibeltext hier aufschreiben oder bereits Niedergeschriebenes diskutieren.

Bitte dabei darauf achtgeben, dass fair miteinander umgegangen wird. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

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