15. Januar 2014

Jos 1,1-8

Text

1 Nachdem Mose, der Knecht des HERRN, gestorben war, sprach der HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener: 2 „Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gegeben habe. 3 Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose zugesagt habe. 4 Von der Wüste bis zum Libanon und von dem großen Strom Euphrat bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang, das ganze Land der Hetiter, soll euer Gebiet sein. 5 Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. 6 Sei getrost und unverzagt; denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will, wie ich ihren Vätern geschworen habe. 7 Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst. 8 Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen und du wirst es recht ausrichten. 9 Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“

10 Da gebot Josua den Amtleuten des Volks und sprach: 11 „Geht durch das Lager und gebietet dem Volk und sprecht: Schafft euch Vorrat; denn nach drei Tagen werdet ihr hier über den Jordan gehen, dass ihr hineinkommt und das Land einnehmt, das euch der HERR, euer Gott, geben wird.“

12 Und zu den Rubenitern, Gaditern und dem halben Stamm Manasse sprach Josua: 13 „Denkt an das Wort, das euch Mose, der Knecht des HERRN, geboten hat: Der HERR, euer Gott, hat euch zur Ruhe gebracht und euch dies Land gegeben. 14 Eure Frauen und Kinder und euer Vieh lasst im Land bleiben, das euch Mose gegeben hat, diesseits des Jordans. Ihr aber sollt, so viele von euch streitbare Männer sind, vor euren Brüdern gerüstet hinüberziehen und ihnen helfen, 15 bis der HERR eure Brüder auch zur Ruhe bringt wie euch, dass auch sie einnehmen das Land, das ihnen der HERR, euer Gott, geben wird. Dann sollt ihr wieder zurückkehren in euer Land, das euch Mose, der Knecht des HERRN, zum Besitz gegeben hat diesseits des Jordans, gegen den Aufgang der Sonne.“ 16 Und sie antworteten Josua und sprachen: „Alles, was du uns geboten hast, das wollen wir tun, und wo du uns hinsendest, da wollen wir hingehen. 17 Wie wir Mose gehorsam gewesen sind, so wollen wir auch dir gehorsam sein; nur, dass der HERR, dein Gott, mit dir sei, wie er mit Mose war! 18 Wer deinem Mund ungehorsam ist und nicht gehorcht deinen Worten in allem, was du uns gebietest, der soll sterben. Sei nur getrost und unverzagt!“

Übersetzung der Lutherbibel 1984

 

Vorbemerkung:

Der Inhalt des Buches Josua ist bis in die Gegenwart brisant in der Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und Isrealis um die Lebensrechte in Israel-Palästina.

 

Gedankenspiele

Gott spricht zu Josua: Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst. Unwillkürlich bleiben meine Gedanken an diesem Vers hängen. Er ist mir so geläufig und vielen Kindern haben ihre Eltern diesen Vers bei der Taufe mit auf den Lebensweg gegeben. Diese zusage Gottes ist voller Zuversicht und weist auf eine Zukunft hin, die ich zwar noch nicht erkennen kann, die Gott aber für mich bereithält.

Ich kann mir die Situation Josuas gut vorstellen. Er stand immer in der zweiten Reihe hinter Mose. Doch nun ist der, der von Gott den Auftrag bekommen hatte, das Volk Israel aus der Gefangenschaft in Ägypten in die Freiheit eines eigenes Landes zu führen, gestorben. Und er, Josua, soll in die großen Fußspuren des Mose treten und den begonnen Weg weitergehen. Er soll ein Volk führen, das auch gegen Mose schon rebellierte. Kann das denn gut gehen?

Was Josua jetzt braucht ist die Zusicherung, dass er nicht alleine vor dieser großen Aufgabe steht. Und Gott gibt sie ihm. Er weiß Gott hinter sich. Und so kann er selbstsicher auf die Entscheidungsträger im Volk zugehen. Und sie erkennen seine Autorität an. Sie bereiten alles vor für den Übergang über den Jordan. Und auch die folgen seinem Ruf, die ihr Erbteil schon in Besitz genommen haben. Ein guter Start für Josua in seine neuen Aufgaben.

 

Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst. Gerne möchte ich das auch für mich hören. Getrost und unverzagt möchte ich mich den Herausforderungen stellen, die das Leben an mich stellt. Josua hat die Zusage Gottes gehört – und er hat dieser Zusage vertraut und gehandelt. Glaube erfordert anscheinend auch ein Stück Mut – Mut, sich fallen zu lassen in die Zusagen, die Gott mir gibt. Das möchte ich mitnehmen in diesen Tag.

 

Gebet

Herr, mein Gott, schenke mir den Mut, auf deine Zusagen zu trauen. Das, was mir vermeintliche Sicherheit geben kann, hat sich schon oft als unzuverlässige erwiesen. Doch deine Verheißungen tragen. Darauf möchte ich vertrauen können – heute und in Zukunft. Amen.

 

 

Wer mag, kann seine Gedanken zum Bibeltext hier aufschreiben oder bereits Niedergeschriebenes diskutieren.

Bitte dabei darauf achtgeben, dass fair miteinander umgegangen wird. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

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