17. Januar 2014

Jos 3,1-17

Text

1 Und Josua machte sich früh auf und sie zogen aus Schittim und kamen an den Jordan, er und alle Israeliten, und blieben dort über Nacht, ehe sie hinüberzogen. 2 Nach drei Tagen aber gingen die Amtleute durchs Lager 3 und geboten dem Volk: „Wenn ihr die Lade des Bundes des HERRN, eures Gottes, seht und wie die Priester aus dem Stamm Levi sie tragen, so brecht auf von eurem Ort und folgt ihr nach; 4 doch dass zwischen euch und ihr ein Abstand sei von ungefähr zweitausend Ellen! Ihr sollt ihr nicht zu nahe kommen. Aber ihr müsst ja wissen, auf welchem Wege ihr gehen sollt; denn ihr seid den Weg bisher noch nicht gegangen.“

5 Und Josua sprach zum Volk: „Heiligt euch, denn morgen wird der HERR Wunder unter euch tun.“

6 Und zu den Priestern sprach er: „Hebt die Bundeslade auf und geht vor dem Volk her!“ Da hoben sie die Bundeslade auf und gingen vor dem Volk her.

7 Und der HERR sprach zu Josua: „Heute will ich anfangen, dich groß zu machen vor ganz Israel, damit sie wissen: Wie ich mit Mose gewesen bin, so werde ich auch mit dir sein. 8 Und du gebiete den Priestern, die die Bundeslade tragen, und sprich: Wenn ihr an das Wasser des Jordans herankommt, so bleibt im Jordan stehen.“

9 Und Josua sprach zu den Israeliten: „Herzu! Hört die Worte des HERRN, eures Gottes! 10 Daran sollt ihr merken, dass ein lebendiger Gott unter euch ist und dass er vor euch vertreiben wird die Kanaaniter, Hetiter, Hiwiter, Perisiter, Girgaschiter, Amoriter und Jebusiter: 11 Siehe, die Lade des Bundes des Herrschers über alle Welt wird vor euch hergehen in den Jordan. 12 So nehmt nun zwölf Männer aus den Stämmen Israels, aus jedem Stamm einen. 13 Wenn dann die Fußsohlen der Priester, die die Lade des HERRN, des Herrschers über alle Welt, tragen, in dem Wasser des Jordans stillstehen, so wird das Wasser des Jordans, das von oben herabfließt, nicht weiterlaufen, sondern stehen bleiben wie ein einziger Wall.“

14 Als nun das Volk aus seinen Zelten auszog, um durch den Jordan zu gehen, und als die Priester die Bundeslade vor dem Volk hertrugen 15 und an den Jordan kamen und ihre Füße vorn ins Wasser tauchten – der Jordan aber war die ganze Zeit der Ernte über alle seine Ufer getreten –, 16 da stand das Wasser, das von oben herniederkam, aufgerichtet wie ein einziger Wall, sehr fern, bei der Stadt Adam, die zur Seite von Zaretan liegt; aber das Wasser, das zum Meer hinunterlief, zum Salzmeer, das nahm ab und floss ganz weg. So ging das Volk hindurch gegenüber von Jericho. 17 Und die Priester, die die Lade des Bundes des HERRN trugen, standen still im Trockenen mitten im Jordan. Und ganz Israel ging auf trockenem Boden hindurch, bis das ganze Volk über den Jordan gekommen war.

Übersetzung der Lutherbibel 1984

 

Gedankenspiele

Die Wüstenzeit Israels ist wie mit einer Klammer umgeben durch die „Wasserwunder“. Am Schilfmeer erhob Mose seinen Stab und die Wasser teilten sich, sodass die Israeliten hindurchziehen konnten und den nachjagenden Ägyptern entkamen. Nun wiederholt sich etwas Ähnliches. Josua erteilt im Auftrag Gottes die Befehle zur Überschreitung des Jordans. Diesmal ist es die Bundeslade mit den Gesetzestafeln als Zeichen der Gegenwart Gottes bei seinem Volk, die das Wunder ermöglicht. Wieder durchschreitet Israel ein Gewässer, das eine Grenze setzt und dem Land dahinter einige Sicherheit bieten müsste. Mit diesem Wunder wird Josua dem Mose gleichgestellt. Denn Gott spricht: Heute will ich anfangen, dich groß zu machen vor ganz Israel, damit sie wissen: Wie ich mit Mose gewesen bin, so werde ich auch mit dir sein.

Dieses Wunder wird den Israeliten Zuversicht gegeben haben vor der schier unlösbaren Aufgabe, das Land, das ja von verschiedensten Volksstämmen bewohnt war, doch für sich in Anspruch zu nehmen. Sie vertrauten ganz auf Gott, den sie in ihrer Nähre wussten. Denn die Bundeslade ist und wird das Zeichen Gottes bleiben – auch später im Tempel zu Jerusalem.

 

Manchmal wünsche ich mir auch solch ein deutliches Zeichen der Nähe Gottes. Vielleicht würde mir dann manche Entscheidung leichter fallen und manche Situation nicht so schwer für mich sein. Israel musste damals auch dem Wort glauben, das mit dem Zeichen verbunden war. Und es machte die Erfahrung: Gott ist nahe!

Doch wenn ich zum Abendmahl gehe, dann höre ich auch das Wort von Gottes Nahesein. Und ich sehe die Zeichen von Brot und Wein. Ich darf sogar schmecken, dass Gottes Gegenwart mich umgibt. Ich muss mich also nicht allein an die biblischen Erzählungen klammern (sie brauche ich auch als Gottes Wort). Ich darf im Hier und Jetzt meine eigenen Erfahrungen sammeln und zuversichtlich in meine Zukunft blicken. Vielleicht sollte ich mir dies öfter beim Abendmahl vor Augen führen.

 

Gebet

Mein Gott, du bist mir nahe. Oft genug vergesse ich das. Aber auch wenn ich es nicht realisiere, dass du neben mir stehst und gehst, mich trägst in deiner Hand, so bleibst du doch verlässlich an meiner Seite. Erinnere mich immer wieder daran. Lass es mich spüren, wenn ich wieder einmal an deinem Altar stehe und deine Nähe in Brot und Wein schmecken darf. Amen.

 

 

Wer mag, kann seine Gedanken zum Bibeltext hier aufschreiben oder bereits Niedergeschriebenes diskutieren.

Bitte dabei darauf achtgeben, dass fair miteinander umgegangen wird. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

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