18. Januar 2014

Jos 4,1 - 5,1

Text

4-1 Als nun das Volk ganz über den Jordan gegangen war, sprach der HERR zu Josua: 2 „Nehmt euch aus dem Volk zwölf Männer, aus jedem Stamm einen, 3 und gebietet ihnen: Hebt mitten aus dem Jordan zwölf Steine auf von der Stelle, wo die Füße der Priester stillstehen, und bringt sie mit euch hinüber und legt sie in dem Lager nieder, wo ihr diese Nacht bleiben werdet.“ 4 Da rief Josua die zwölf Männer, die er bestellt hatte aus Israel, aus jedem Stamm einen, 5 und sprach zu ihnen: „Geht hinüber vor der Lade des HERRN, eures Gottes, mitten in den Jordan und ein jeder hebe einen Stein auf seine Schulter, nach der Zahl der Stämme Israels, 6 damit sie ein Zeichen seien unter euch. Wenn eure Kinder später einmal fragen: Was bedeuten euch diese Steine?, 7 so sollt ihr ihnen sagen: Weil das Wasser des Jordans weggeflossen ist vor der Lade des Bundes des HERRN, als sie durch den Jordan ging, sollen diese Steine für Israel ein ewiges Andenken sein.“ 8 Da taten die Israeliten, wie ihnen Josua geboten hatte, und trugen zwölf Steine mitten aus dem Jordan, wie der HERR zu Josua gesagt hatte, nach der Zahl der Stämme Israels, und brachten sie mit sich hinüber in das Lager und legten sie dort nieder. 9 Und Josua richtete zwölf Steine auf mitten im Jordan, wo die Füße der Priester gestanden hatten, die die Bundeslade trugen; diese sind noch dort bis auf den heutigen Tag. 10 Die Priester aber, die die Lade trugen, standen mitten im Jordan, bis alles ausgerichtet war, was der HERR dem Josua geboten hatte, dem Volk zu sagen, genau wie Mose dem Josua geboten hatte. Und das Volk ging eilends hinüber.

11 Als nun das Volk ganz hinübergegangen war, da ging die Lade des HERRN auch hinüber und die Priester vor dem Volk her. 12 Und die Rubeniter und Gaditer und der halbe Stamm Manasse gingen gerüstet vor den Israeliten her, wie Mose zu ihnen geredet hatte. 13 An vierzigtausend zum Krieg gerüstete Männer gingen vor dem HERRN her zum Kampf ins Jordantal von Jericho. 14 An diesem Tage machte der HERR den Josua groß vor ganz Israel. Und sie fürchteten ihn, wie sie Mose gefürchtet hatten, sein Leben lang.

15 Und der HERR sprach zu Josua: 16 „Gebiete den Priestern, die die Lade mit dem Gesetz tragen, dass sie aus dem Jordan heraufsteigen.“ 17 Da gebot Josua den Priestern: „Steigt herauf aus dem Jordan!“ 18 Und als die Priester, die die Lade des Bundes des HERRN trugen, aus dem Jordan heraufstiegen und mit ihren Fußsohlen aufs Trockene traten, kam das Wasser des Jordans wieder an seine Stätte und floss wie vorher über alle seine Ufer. 19 Es war aber der zehnte Tag des ersten Monats, als das Volk aus dem Jordan heraufstieg. Und sie lagerten sich in Gilgal, östlich der Stadt Jericho. 20 Und die zwölf Steine, die sie aus dem Jordan genommen hatten, richtete Josua auf in Gilgal 21 und sprach zu Israel: „Wenn eure Kinder später einmal ihre Väter fragen: Was bedeuten diese Steine?, 22 so sollt ihr ihnen kundtun und sagen: Israel ging auf trockenem Boden durch den Jordan, 23 als der HERR, euer Gott, den Jordan vor euch austrocknete, bis ihr hinübergegangen wart, wie der HERR, euer Gott, am Schilfmeer getan hatte, das er vor uns austrocknete, bis wir hindurchgegangen waren; 24 damit alle Völker auf Erden die Hand des HERRN erkennen, wie mächtig sie ist, und den HERRN, euren Gott, fürchten allezeit.“

5-1 Als nun alle Könige der Amoriter, die jenseits des Jordans nach Westen zu wohnten, und alle Könige der Kanaaniter am Meer hörten, wie der HERR das Wasser des Jordans ausgetrocknet hatte vor den Israeliten, bis sie hinübergegangen waren, da verzagte ihr Herz und es wagte keiner mehr zu atmen vor Israel.

Übersetzung der Lutherbibel 1984

 

Gedankenspiele

Ein wenig umständlich wird der Übergang des Volkes Israel beschrieben. Es scheinen mehrere Erzählstränge hier zusammengebaut zu sein. Einmal errichtet Josua aus 12 Steinen ein Steinmal im Jordan an der Stelle, an der die Priester stehen. Und dann wird ein zweites Steinmal am Ufer errichtet aus den 12 Steinen, die die Vertreter der Stämme aus dem Jordan aufgenommen haben.

Wie auch immer: wichtig scheint zu sein, dass es ein Erinnerungszeichen an diesen Durchzug durch den Jordan für die nachfolgenden Generationen geben soll. Es soll und darf nicht vergessen werden, was Gott an seinem Volk getan hat. Deshalb wird wohl soviel Wert auf diese Symbole gelegt.

 

Ich selber weiß, wie schnell ich etwas vergesse. Auch Ereignisse, die sich im Moment ihres Geschehens in mein Bewusstsein eingebrannt haben und ich denke: „Das wirst du nie vergessen!“, verblassen im Laufe der Zeit. Zu viel geschieht und überlagert das Gewesene. Da ist es gut, wenn ich für das, was mein Leben gezeichnet hat, Erinnerungssymbole habe. Gerne schaue ich alte Fotos an, die mir Menschen und Ereignisses ins Gedächtnis rufen. Ich feiere gerne die Feste des Kirchenjahres, um mir Gottes Handeln wieder bewusster werden zu lassen. Und aus den Wochenschlussandachten mit den Perlen des Glaubens nehme ich ganz bewusst jedes Mal eine Perle mit nach Hause, um mir im Bewusstsein zu halten, was im Moment wichtig für mich ist.

Josua und das Volk Israel hatten diese Steinmale, um ihre Geschichte mit Gott in Erinnerung zu halten; ich habe und brauche auch meine Symbole, um mir Gottes Handeln an mir immer wieder vor Augen zu führen.

 

Gebet

In vielfältiger Weise hast du, mein Gott, an mir gehandelt. Vieles habe ich gar nicht wahrgenommen und anderes schon wieder vergessen. Ich möchte bewusster vor dir leben. Ich möchte mehr Gespür dafür entwickeln, dass du mein Leben mitgestaltest – und mich erinnern. Amen.

 

Wer mag, kann seine Gedanken zum Bibeltext hier aufschreiben oder bereits Niedergeschriebenes diskutieren.

Bitte dabei darauf achtgeben, dass fair miteinander umgegangen wird. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0