19. Januar 2014

Ps 143

Text

1 Ein Psalm, mit David verbunden.

 

HERR, höre mein Bittgebet!

Öffne dein Ohr für mein Flehen!

Du kennst die Wahrheit! Antworte mir!

Dafür stehst du mit deiner Gerechtigkeit.

2 Geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht!

Denn vor dir ist kein Mensch gerecht.

 

3 Ja, der Feind hat mich verfolgt.

Er hat mein Leben mit Füßen getreten.

Er stieß mich in tiefe Finsternis hinein –

wie die Toten, die für immer tot sind.

4 Ich habe allen Mut verloren.

Mein Herz ist öde und leer in mir.

5 Ich dachte nach über die früheren Zeiten.

Meine Gedanken kreisten um all dein Tun.

Das Werk deiner Hände kam mir in den Sinn.

6 Da streckte ich meine Hände aus nach dir.

Ich fühlte mich wie trockenes Land.

So sehr sehnte sich meine Seele nach dir. SELA!

 

7 Gib mir bald Antwort, HERR!

Ich verliere noch allen Mut.

Verbirg dein Angesicht nicht vor mir!

Sonst bin ich gleich den Menschen,

die in die Zisterne hinabmüssen.

8 Lass mich am Morgen deine Güte erfahren!

Denn auf dich setze ich mein Vertrauen.

Zeige mir den Weg, den ich gehen soll!

Denn zu dir bringe ich meine Sorgen.

9 Rette mich vor meinen Feinden, HERR!

Denn zu dir nehme ich meine Zuflucht.

 

10 Lehre mich, deinen Willen zu tun!

Denn du bist doch mein Gott.

Dein guter Geist leite mich,

wie es recht ist im Land.

11 HERR, du hältst mich am Leben.

Dafür stehst du mit deinem Namen.

Du führst mich heraus aus der Bedrängnis.

So entspricht es deiner Gerechtigkeit.

12 In deiner Güte vernichtest du meine Feinde.

Und alle, die mich in die Enge treiben,

lässt du umkommen.

Denn ich bin dein Knecht.

Übersetzung der Basisbibel

 

Gedankenspiele

Ich wüsste zwar nicht, dass ich Feinde hätte, aber die Situation, die der Psalmbeter hier beschreibt, kenne ich auch: dieses Gefühl, dass ich nicht mehr Herr über mein eigenes Leben bin:

• meine eigenen Plänen entwickeln sich anders als gedacht

• Menschen verhalten sich anders als erwartet

• Lebensperspektiven verschieben sich.

Dann kann ich mich nur unter die Verheißungen Gottes stellen – vielleicht mit den Worten, die der Psalmbeter findet:

Lass mich am Morgen deine Güte erfahren!

Denn auf dich setze ich mein Vertrauen.

Zeige mir den Weg, den ich gehen soll!

Denn zu dir bringe ich meine Sorgen.

 

Aber dann muss ich auch bereit sein zu hören. Ich muss still werden und auf die Antwort Gottes warten. Und was ich aus der Stille mitnehme, kann anders sein als meine eigenen Vorstellungen.

Um in die Stille zu gehen, helfen mir die Perlen des Glaubens. Die Perlen der Stille lassen mich zur ruhe kommen im Gebet. Und diese Ruhe öffnet mich vor Gott.

 

Gebet

Lass mich am Morgen deine Güte erfahren!

Denn auf dich setze ich mein Vertrauen.

Zeige mir den Weg, den ich gehen soll!

Denn zu dir bringe ich meine Sorgen.

 

Wer mag, kann seine Gedanken zum Bibeltext hier aufschreiben oder bereits Niedergeschriebenes diskutieren.

Bitte dabei darauf achtgeben, dass fair miteinander umgegangen wird. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

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