2. Januar 2014

Joh 2,1-12

Text

Die Hochzeit in Kana

1 Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt. Auch die Mutter von Jesus nahm daran teil. 2 Jesus und seine Jünger waren ebenfalls zur Hochzeitsfeier eingeladen.

3 Während des Festes ging der Wein aus. Da sagte die Mutter von Jesus zu ihm: "Sie haben keinen Wein mehr!" 4 Jesus antwortete ihr: "Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen." 5 Doch seine Mutter sagte zu den Dienern: "Tut alles, was er euch sagt!"

6 Dort gab es auch sechs große Wasserkrüge aus Stein. Die Juden benötigten sie, um sich zu reinigen. Jeder Krug fasste zwei bis drei Eimer. 7 Jesus sagte zu den Dienern: "Füllt die Krüge mit Wasser." Die füllten sie bis zum Rand. 8 Dann sagte er zu ihnen: "Schöpft jetzt etwas heraus und bringt es dem Festmeister." Sie brachten es ihm. 9 Als der Festmeister einen Schluck davon trank, war das Wasser zu Wein geworden. Er wusste natürlich nicht, woher der Wein kam. Aber die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wussten Bescheid.

Da rief der Festmeister den Bräutigam zu sich 10 und sagte zu ihm: "Jeder andere schenkt zuerst den guten Wein aus. Und wenn die Gäste dann angetrunken sind, folgt der weniger gute. Du hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten."

11 Das war das erste Zeichen. Jesus vollbrachte es in Kana in Galiläa. Er machte damit seine Herrlichkeit sichtbar und seine Jünger glaubten an ihn. 12 Danach ging Jesus hinab nach Kafarnaum. Seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger begleiteten ihn. Sie blieben ein paar Tage dort.

Übersetzung der Basisbibel

 

Gedankenspiele

Die Hochzeit zu Kana. Eine Geschichte, die ich seit Kinderbeinen an kenne. Sie ist so vertraut, dass die Gedanken, die mir heute Morgen beim Lesen gekommen sind, mich selber überrascht haben.

Natürlich – eine Hochzeitsfeier – Wein und Gesang – die Gäste sind fröhlich und es wird viel konsumiert. Der Wein – Zeichen für Wohlstand und Freude – der Wein geht zur Neige. Jesus verweigert sich der Aufforderung seiner Mutter, sofort einzugreifen. Seine Stunde sei noch nicht gekommen. Doch dann das Wunder: nicht nur, dass aus dem Wasser Wein wird, ist wunderhaft, sondern auch, dass der „Wasserwein“ besser ist als der vorherige. Bis hierher alles altvertraut.

 

Und da setzen plötzlich meine neuen Gedanken ein:

Was wäre denn, wenn diese Wundergeschichte ein Gleichnis auf das Leben darstellt?

Ich empfinde mein Leben in weiten Strecken als gut. Ich habe mich eingerichtet und bin zufrieden. Und ich hoffe, dass viele von uns ihr Leben so wahrnehmen. Ich trinke – im Bild gesprochen – den guten Wein. Aber ich erlebe es an vielen Stellen, dass Leben endlich ist. Irgendwann sind die Weinkrüge leer. Ich muss Abschied nehmen vom Bisherigen und stehe vor einer großen Leere. Ob es nun Veränderungen in meinem eigenen Leben sind oder andere Menschen betrifft – egal.

Und nun höre ich, dass ich durch Jesu Handeln noch mehr erwarten darf – Schöneres – Besseres – wie der Festmeister feststellen muss. Nicht alles, was Gott mir schenken möchte, wird Platz im Hier und Jetzt haben. Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich das Mehr erkennen, das Gott mir bereitet. Und das ist ein Grund, frohgemut in das neue Jahr zu starten.

 

Gebet

Herr, mein Gott, öffne mir die Augen für das, was mein Leben reich macht. Und darüber hinaus möchte ich vertrauen lernen, dass zu meinem Leben mehr gehört als das Offensichtliche. Lass mich immer wieder einen Vorgeschmack bekommen von dem, was du mir bereitest. Amen.

 

Wer mag, kann seine Gedanken zum Bibeltext hier aufschreiben oder bereits Niedergeschriebenes diskutieren.

Bitte dabei darauf achtgeben, dass fair miteinander umgegangen wird. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

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Kommentare: 1
  • #1

    Andrea (Donnerstag, 02 Januar 2014 09:48)

    Wunderbarer Gedanke! Mir ging es auch so, dass ich dachte: ach, kenn ich schon, nix Neues.
    Dein Impuls hat mir gerade sehr gut getan! Danke!