28. Januar 2014

Jos 10,1-15

Text

1 Als aber Adoni-Zedek, der König von Jerusalem, hörte, dass Josua Ai erobert und an ihm den Bann vollstreckt und mit Ai samt seinem König getan hatte, wie er mit Jericho und seinem König getan hatte, und dass die von Gibeon Frieden mit Israel gemacht hätten und mitten unter ihnen wohnten, 2 fürchteten sie sich sehr; denn Gibeon war eine große Stadt wie eine der Königsstädte und größer als Ai und alle seine Bürger streitbare Männer. 3 Und Adoni-Zedek, der König von Jerusalem, sandte zu Hoham, dem König von Hebron, und zu Piram, dem König von Jarmut, und zu Jafia, dem König von Lachisch, und zu Debir, dem König von Eglon, und ließ ihnen sagen: 4 „Kommt herauf zu mir und helft mir, dass wir Gibeon schlagen; denn es hat mit Josua und den Israeliten Frieden gemacht.“

5 Da sammelten sich und zogen hinauf die fünf Könige der Amoriter, der König von Jerusalem, der König von Hebron, der König von Jarmut, der König von Lachisch, der König von Eglon mit ihrem ganzen Kriegsvolk und belagerten Gibeon und kämpften gegen die Stadt. 6 Aber die von Gibeon sandten zu Josua ins Lager nach Gilgal und ließen ihm sagen: „Zieh deine Hand nicht ab von deinen Knechten; komm eilends zu uns herauf, rette und hilf uns! Denn es haben sich gegen uns versammelt alle Könige der Amoriter, die auf dem Gebirge wohnen.“

7 Da zog Josua hinauf von Gilgal und das ganze Kriegsvolk mit ihm und alle streitbaren Männer. 8 Und der HERR sprach zu Josua: „Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich habe sie in deine Hände gegeben. Niemand unter ihnen wird vor dir bestehen können.“ 9 So kam Josua plötzlich über sie; denn die ganze Nacht war er heraufgezogen von Gilgal. 10 Und der HERR erschreckte sie vor Israel, dass sie eine große Schlacht schlugen bei Gibeon, und sie jagten ihnen nach, den Weg hinab nach Bet-Horon, und schlugen sie bis nach Aseka und Makkeda hin. 11 Und als sie vor Israel flohen den Weg hinab nach Bet-Horon, ließ der HERR große Steine vom Himmel auf sie fallen bis Aseka, dass sie starben. Und von ihnen starben viel mehr durch die Hagelsteine, als die Israeliten mit dem Schwert töteten.

12 Damals redete Josua mit dem HERRN an dem Tage, da der HERR die Amoriter vor den Israeliten dahingab, und er sprach in Gegenwart Israels: „Sonne, steh still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon!“ 13 Da stand die Sonne still und der Mond blieb stehen, bis sich das Volk an seinen Feinden gerächt hatte. Ist dies nicht geschrieben im Buch des Redlichen? So blieb die Sonne stehen mitten am Himmel und beeilte sich nicht unterzugehen fast einen ganzen Tag. 14 Und es war kein Tag diesem gleich, weder vorher noch danach, dass der HERR so auf die Stimme eines Menschen hörte; denn der HERR stritt für Israel. 15 Josua aber kehrte ins Lager nach Gilgal zurück und ganz Israel mit ihm.

Übersetzung der Lutherbibel 1984

 

Gedankenspiele

Jetzt erweist es sich, ob die Oberen von Gibeon einen verlässlichen Partner gefunden haben. Die fünf Könige der Amoriter ziehen gegen die Stadt, weil sie mit den Israeliten Frieden geschlossen hatten. Und Josua steht zu seinem Wort. Israel streitet für die Gibeoniter. Und damit der Sieg vollkommen werden kann, endet dieser Tag anscheinend nicht. Sonne und Mond stehen auf Geheiß Gottes still, und Gott selber greift in das Geschehen ein.

 

Mal wieder eine blutige Geschichte aus dem Landnahmegeschehen.

Doch was ich aus herauslese, wenn ich hinter das Kriegsgeschrei blicke, ist: es ist ein Segen, wenn ich Menschen habe, auf die ich mich verlassen darf. Oft genug gibt es bedrängende Situationen, in denen ich andere brauche. Und mit gesammelten Kräften kann dann sogar mehr geschafft werden, als auf den ersten Blick möglich gewesen ist. So verstehe ich das Bild vom Stillstand von Sonne und Mond. Wenn die Zeit drängt – und das erlebe ich häufig genug – wenn die Zeit drängt, sind helfende Hände sehr willkommen, und gemeinsam schafft man an einem Tag mehr als ich alleine an zwei oder drei.

 

Vielleicht sollte ich einfach mal mehr andere um Unterstützung bitten?

 

(Ich weiß, dass ich mit meinen Gedankenspielen zum Josuabuch sehr oft zwischen die Zeilen der biblischen Berichte schaue. Die Kriegsgeschichten sind einfach nicht meine Welt. Dennoch glaube ich, dass hinter den biblischen Erzählungen mehr steckt als die Worte beschreiben. Ich hoffe, dass ich diesem anderen „Mehr“ ein wenig auf die Spur kommen kann.)

 

Gebet

Herr, mein Gott, lass mich in den Aufgaben, sie sich mir stellen, mich nicht verlieren. Oft ist es einfacher, mit anderen gemeinsam mich auf den Weg zu machen. Und so kann mehr gelingen, als wenn ich als Einzelkämpfer immer versuche, alles zu regeln. Du hast mir Menschen an die Seite gestellt, auf die ich mich verlassen darf. Erinnere mich immer wieder daran. Amen.

 

 

Ich lade dazu ein, die eigenen Gedankenspiele zum Bibeltext hier aufzuschreiben oder bereits Niedergeschriebenes zu diskutieren.

Gebt bitte dabei darauf acht, dass ihr fair miteinander umgeht. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

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