4. Januar 2014

Joh 3,1-13

Text

Jesus redet mit Nikodemus: Neu geboren werden

1 Unter den Pharisäern gab es einen, der Nikodemus hieß. Er war einer der führenden Männer des jüdischen Volkes. 2 Eines Nachts ging er zu Jesus und sagte zu ihm: "Rabbi, wir wissen: Du bist ein Lehrer, den Gott uns geschickt hat. Denn keiner kann Zeichen tun,

wie du sie vollbringst, wenn Gott nicht mit ihm ist."

3 Jesus antwortete: "Amen, amen, das sage ich dir: Nur wenn jemand von oben her neu geboren wird, kann er das Reich Gottes sehen."

4 Darauf sagte Nikodemus zu ihm: "Wie kann denn ein Mensch geboren werden, der schon alt ist? Man kann doch nicht in den Mutterleib zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden!"

5 Jesus antwortete: "Amen, amen, das sage ich dir: Nur wenn jemand aus Wasser und Geist geboren wird, kann er in das Reich Gottes hineinkommen. 6 Was von Menschen geboren wird, ist ein Menschenkind. Was vom Geist geboren wird, ist ein Kind des Geistes. 7 Wundere dich also nicht, dass ich dir gesagt habe: 'Ihr müsst von oben her neu geboren werden.' 8 Auch beim Wind ist es so: Er weht, wo er will. Du hörst sein Rauschen. Aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. Genauso ist es mit jedem, der vom Geist geboren wird."

9 Nikodemus fragte Jesus nochmals: "Wie ist das möglich?"

10 Jesus antwortete ihm: "Du bist Lehrer Israelsund verstehst das nicht? 11 Amen, amen, das sage ich dir: Das, was wir wissen, davon reden wir. Und das, was wir gesehen haben,

das bezeugen wir. Aber das, was wir bezeugen, nehmt ihr nicht an. 12 Ihr glaubt mir schon nicht, wenn ich zu euch von irdischen Dingen spreche. Wie wollt ihr mir dann glauben, wenn ich zu euch von himmlischen Dingen rede? 13 Nur einer ist in den Himmel hinaufgestiegen. Es ist der, der auch vom Himmel herabgekommen ist: der Menschensohn.“

Übersetzung der Basisbibel

 

Gedankenspiele

Neugeboren werden!

Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn ich in diesem Leben eine zweite Chance bekommen würde. Wenn ich noch einmal anfangen dürfte – auf dem Erfahrungshintergrund, den ich gesammelt habe. Was würde ich anders machen? Aber die biologische Uhr tickt. Mein Leben ist nicht umkehrbar. Und ich will es ja auch gar nicht aufgeben. Dafür ist mir meine Familie viel zu lieb und wichtig. Und meine Freunde sind mir viel zu wertvoll, als dass ich sie aufgeben möchte.

Aber doch: Neugeboren werden! Dieser Gedanke hat schon seinen Reiz.

 

Nikodemus versucht zu verstehen wie das gehen soll – neugeboren werden. Jesus gibt ihm eine Antwort, die er nachzuvollziehen sucht. In den Mutterleib zurück gibt es keinen Weg. Also meint Jesus eine andere Geburt – einen anderen Neuanfang.

 

In den letzten Jahren sind mir die Perlen des Glaubens in besonderer Weise wichtig geworden beim Beten und zur Ruhe kommen. In diesem Perlenband gibt eine „Perle der Auferstehung“. Und diese große weiße Perle erinnert mich häufig an diese Begegnung zwischen Nikodemus und Jesus. Mir sagt die „Perle der Auferstehung“: „Du darfst mit deinem Leben immer wieder neu anfangen. In deinem Alltag darfst du immer wieder auf(er)stehen. Gott schenkt dir einen neuen Anfang. Du musst unter Niederlagen nicht leiden und in schweren Zeiten nicht verzweifeln, weil Gott dir sagt: ‚Steh auf!‘“

 

Ich glaube, dass ich gar nicht mit meinem Leben neu anfangen muss, um neugeboren zu werden. Ich lebe dieses Leben. Und Gott macht mit Mut, das zu verändern, was lebenshindernd darin vorkommt. Wohin mich mein Leben noch führen wird, weiß ich nicht – so sagt es Jesus zu Nikodemus (Auch beim Wind ist es so: Er weht, wo er will. Du hörst sein Rauschen. Aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. Genauso ist es mit jedem, der vom Geist geboren wird.)

Ich bin gespannt, wohin mein Gott mich noch führen wird.

 

Gebet

Herr, mein Gott, du gibst keinen Menschen auf. Du gehst jedem nach. Ich danke dir, dass ich in der Gewissheit leben darf, dass du auch mir nachgehst und mir immer wieder einen Neuanfang schenken willst. Dein guter Geist gibt mir die Kraft aufzustehen und voller Zuversicht ins Leben zu treten. Amen.

 

Wer mag, kann seine Gedanken zum Bibeltext hier aufschreiben oder bereits Niedergeschriebenes diskutieren.

Bitte dabei darauf achtgeben, dass fair miteinander umgegangen wird. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

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