6. Januar 2014

Joh 3,14-21

Text

14 „Es ist wie bei Mose, der in der Wüste den Pfahl mit der Schlange aufgerichtet hat. So muss auch der Menschensohn erhöht werden, 15 damit jeder, der glaubt, durch ihn das ewige Leben erhält.

16 Denn so sehr hat Gott diese Welt geliebt: Er hat seinen einzigen Sohn hergegeben, damit keiner verloren geht, der an ihn glaubt. Sondern damit er das ewige Leben erhält. 17 Gott hat den Sohn nicht in diese Welt gesandt, damit er sie verurteilt. Vielmehr soll er diese Welt retten. 18 Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht glaubt, ist schon verurteilt. Denn er hat nicht an den göttlichen Auftrag von Gottes einzigem Sohn geglaubt.

19 So geschieht die Verurteilung: Das Licht ist in diese Welt gekommen. Aber die Menschen liebten die Dunkelheit mehr als das Licht. Denn ihr ganzes Tun war böse. 20 Jeder, der Schlechtes tut, hasst das Licht. Er tritt nicht ins Licht, damit seine Taten nicht herauskommen. 21 Aber wer das Richtige tut, tritt ins Licht. Seine Taten sollen bekannt werden, denn sie sind mit Gottes Hilfe vollbracht worden.“

Übersetzung des Basisbibel

 

Gedankenspiele

Gericht – Verurteilung.

Irgendwie macht mich dieser Fortgang der Rede Jesu nachdenklich. Passt es zu meinem Gottesbild, dass es ein Gericht geben wird? Ich spreche doch viel lieber von Gottes Liebe und Zuwendung, von seiner Lebensbegleitung. Ich drohe doch nicht mit einem Gericht. Kann Gott wollen, dass Menschen an ihn glauben, weil sie Angst haben, verurteilt zu werden? Ich gebe zu, dass ich hier meine Schwierigkeiten habe, in diesem Dualismus zu denken.

 

Es geht um das ewige Leben. Denn so sehr hat Gott diese Welt geliebt: Er hat seinen einzigen Sohn hergegeben, damit keiner verloren geht, der an ihn glaubt. Sondern damit er das ewige Leben erhält.

 

Wie lebe ich in diesem Bewusstsein, das ewige Leben zu haben? Ich glaube, dass ich viel befreiter leben kann, als wenn mir nur die Jahrzehnte Lebenszeit vor Augen stehen, die ich im Hier und Jetzt bewusst wahrnehme.

Wer dagegen nur mit dieser irdischen Lebenszeit rechnet, muss in dieses Leben alles hineinpacken, was irgend geht. Die Angst, etwas zu verpassen wird irgendwann übermächtig. Und dann bringe ich mich selber um das Leben, das doch schon jetzt ein erfülltes Leben sein könnte.

 

Es geht vielleicht um die Lebensqualität, um die ich mich selber bringe, wenn ich nicht im Glauben an Jesus Christus lebe. Der Glaube an Jesus Christus hat viel mit Freiheit und Offenheit zu tun. Ich lebe befreit und begegne den Menschen offen und ehrlich. Nicht Dunkelheit, sondern Licht umgibt mich.

 

Wie Gottes Gericht am Ende aller Zeiten aussehen mag, das kann ich nicht wissen. Was ich aber weiß ist: der Glaube an Jesus Christus schenkt einen anderen Blick auf das Leben und damit auch eine neue Lebensperspektive, die einen neuen Raum eröffnet – die Ewigkeit.

 

Gebet

Herr, mein Gott, oft fällt es mir schwer, dich als richtenden und nicht als liebenden Gott zu denken. Ich komme an meine Grenzen, wenn ich von deinem Gericht lese. Vielleicht gehört das ja zu den Glaubensgeheimnissen, die mir verschlossen sind. Es soll mir genügen, dass du mir liebend entgegentrittst in deinem Sohn Jesus Christus. Amen.

 

 

Wer mag, kann seine Gedanken zum Bibeltext hier aufschreiben oder bereits Niedergeschriebenes diskutieren.

Bitte dabei darauf achtgeben, dass fair miteinander umgegangen wird. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

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