9. Januar 2014

Joh 4,1-14

Text

1 Die Pharisäer hörten, dass Jesus mehr Menschen zu Jüngern machte und taufte als Johannes. 2 – Allerdings taufte Jesus nicht selbst, sondern nur seine Jünger. – 3 Als Jesus das erfuhr, verließ er Judäa und kehrte wieder nach Galiläa zurück.

4 Dabei musste er Samarien durchqueren. 5 Unterwegs kam er nach Sychar, einem Ort in Samarien. In seiner Nähe liegt das Grundstück, das Jakob einst seinem Sohn Josef vererbt hatte. 6 Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von dem langen Weg und setzte sich an den Brunnen. Es war um die sechste Stunde.

7 Da kam eine Samariterin, um Wasser zu schöpfen. Jesus bat sie: "Gib mir etwas zu trinken."8 Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zu essen zu kaufen.9 Die Samariterin sagte zu ihm: "Du bist ein Jude und ich bin eine Samariterin. Wie kannst du mich um etwas zu trinken bitten?" – Denn die Juden vermeiden jeden Umgang mit Samaritern. –

10 Jesus antwortete: "Wenn du wüsstest, was für ein Geschenk Gott den Menschen macht und wer dich hier bittet: 'Gib mir etwas zu trinken'! – Dann würdest du ihn bitten, und er würde dir lebendiges Wasser geben!" 11 Da sagte die Frau zu ihm: "Herr, du hast nicht einmal einen Eimer und der Brunnen ist tief. Woher willst du das Quellwasser nehmen? 12 Bist du etwa bedeutender als unser Stammvater Jakob? Er hat uns diesen Brunnen hinterlassen. Er selbst hat daraus getrunken, ebenso seine Söhne und sein Vieh."

13 Darauf antwortete Jesus ihr: "Wer von diesem Wasser hier trinkt, bekommt wieder Durst. 14 Aber wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, wird nie wieder Durst haben.

Denn das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle: Ihr Wasser fließt und fließt – bis ins ewige Leben."

Übersetzung der Basisbibel

 

Gedankenspiele

Wasser spielt eine große Rolle:

• Johannes tauft mit Wasser.

• Jesu Jünger taufen mit Wasser (es wirkt irgendwie nachgeschoben, dass Jesus nicht selber tauft; klingt es in Joh 3,22 noch ganz anders).

• Wasser wird in Wein gewandelt.

• Und nun: „lebendiges Wasser“.

 

Wieder ein Gespräch zwischen Jesus und einem Menschen, der ihm zufällig begegnet. Die Szene ist in doppelter Hinsicht besonders: Mann und Frau treten in einen Dialog – was bereits nicht unbedingt den Konventionen entsprach; und Jude und Samariterin treten in Kontakt zueinander – was schon mal gar nicht sein sollte.

Aber für Jesus ist der Mensch wichtig, nicht seine Herkunft oder seine Rolle in der Gesellschaft. Wie wichtig diese Blickrichtung ist, zeigt das vorläufige Ende des Gesprächs in unserem Textabschnitt: es geht um nicht mehr und nicht weniger als das ewige Leben (Vers 14).

Jesus begegnet der Samariterin in einer Alltagssituation. Das ist das erste, was mir auffällt. Nicht bei einem Synagogenbesuch oder abseits an einem gesonderten Ort. Nein – mitten im Leben. Vielleicht lag der Brunnen auf dem Dorfplatz, sicher sind noch andere Menschen anwesend. Denn um die sechste Stunde Wasser schöpfen gehört sicherlich zum festen Tagesablauf. Und so wundert es nicht, dass Jesus und die Samariterin auf zwei verschiedenen Eben einander wahrnehmen. Die Frau denkt praktisch vom Alltagsgeschäft her. Jesus dagegen möchte mit etwas Neuem in ihr Leben treten.

 

Mir stellen sich Fragen:

• Wo begegnet mir Jesus Christus?

• Nehme ich ihn in meiner Alltagsroutine überhaupt noch wahr?

• Bin ich auch zu beschäftigt, um das Mehr zu spüren, das er in mein Leben bringen möchte?

 

Doch wenn ich dieses Mehr spüre, dann spüre ich auch etwas von der Kraft, die mir seine Gegenwart schenkt. „Das stärke und das bewahre euch im rechten Glauben zum ewigen Leben.“ Wie oft habe ich am Ende einer Abendmahlsrunde diese Worte schon gesprochen! Das Abendmahl ist wie das Trinken von diesem lebendigen Wasser, das Jesus uns schenkt. Ich nehme es zu mir in einer besonderen Situation – dem Abendmahl – und es wirkt fort in meinem Alltag. So wird es zu einer Quelle, die fließt bis ins ewige Leben. Mir zum Wohle und den Menschen, denen ich im Alltag begegne.

 

Gebet

Herr Jesus Christus, immer wieder begegnest du mir. Mal nehme ich dich wahr, und mal bin ich zu beschäftigt mit den Sorgen und Aufgaben des Alltags. Aber ich darf mich erinnern an zurückliegende Begegnungen mit dir, darf dem letzten Abendmahl nachspüren. Und dann erkenne ich: du suchst die Begegnung mit mir. Das gibt mir Kraft zum Leben. Amen.

 

Wer mag, kann seine Gedanken zum Bibeltext hier aufschreiben oder bereits Niedergeschriebenes diskutieren.

Bitte dabei darauf achtgeben, dass fair miteinander umgegangen wird. Die Texte sollen die Leser bereichern und nicht verletzen.

 

Ihr / Euer Joachim Zierke.

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