Geheimnisperlen

Ich habe selber Geheimnisse, die niemand erfahren soll. Ich trage Geheimnisse anderer, die sie mir anvertraut haben. Ich bin für andere ein Geheimnis. Daran erinnern mich die drei kleinen weißen Geheimnisperlen. Und auch wenn Geheimnisse für niemand anderen bestimmt sind, so darf ich sie dennoch Gott mitteilen. Es tut gut, das mit-teilen zu dürfen, was mich auch belasten kann: meine Geheimnisse, die schwer auf mir lasten und wegen derer ich mich vielleicht andauernd verstelle; ablegen können, was jemand mir anvertraut hat, weil er es bei mir gut aufgehoben weiß, es mich aber einfach nicht loslässt; in meinem Leben nach Eindeutigkeit suchen, wo ich verwirrend wirke auf andere.

Aber die drei Geheimnisperlen fordern mich auch auf, das vor Gott zu formulieren, was ich nicht verstehe. Ich darf die Menschen und Ereignisse fürbittend vor Gott bringen, der sich meiner Gebete annimmt. Mit den Geheimnisperlen öffnet sich ein neuer Horizont, weil ich erkenne, dass ich nicht alleine in meinem Leben stehe.