Buchbesprechung zu "Perlenzeit"

Dr. Thomas Gädeke

Eine selbst die Macher überraschende Erfolgsgeschichte haben die „Perlen des Glaubens“ hingelegt, seitdem sie vor nicht einmal zehn Jahren, aus Schweden kommend, bei uns eingeführt wurden. Darin zeigt sich das Bedürfnis nach Einkehr und Meditation, nach Entschleunigung und Aufbau von seelischen Kräften, die in der Hektik des modernen Lebens stark strapaziert werden. Anders als bei dem traditionellen, ritualisierten Rosenkranz sind die einzelnen Perlen mit Namen und Bedeutung versehen. Sie können wie Personen direkt angesprochen werden und werden unter verschiedener Thematik immer wieder neu befragt.

 

Von Joachim Zierke wird ein neues Buch vorgelegt, das helfen soll, der stark gestiegenen Nachfrage einer wachsenden Perlengemeinde nachzukommen. Unter dem Titel „Perlenzeit“ sind neue Meditationen und Gebete zu den Perlen des Glaubens versammelt. In ansprechender Ausstattung liegt ein kleines Querformat, in Leinen gebunden und, lange nicht mehr gesehen, mit Prägung auf dem Deckel, vor. Dem Titel innen ist ein Schwarzweißfoto von einem das Buchformat einnehmenden sonnenbeschienenen Liegestuhl zugeordnet, der das Anliegen des Buches versinnlicht, dem Leser eine kreative Ruhe und Entspannung zu bieten. Dieses wie die weiteren, wohltuend in Schwarzweiß gehaltenen Fotos stammen von Karl-Heinz Reger und sind auf Reisen in die Schweiz, nach Prag, Kairo und Vietnam entstanden.

 

Durch das Buch führen, als farbige Elemente am Rand „aufgefädelt“, die Perlen. Ihnen sind einzelne meditative Sätze zugeordnet, die unter Generalthemen gestellt sind. Die Kapitel ordnen den Perlenzeiten des Tages, des Jahres, des Lebens, des Glaubens und am Schluss bemerkenswerterweise der Stille insgesamt 31 Unterabschnitte zu, die Gebete und Gedanken zu den einzelnen Perlen formulieren. Dem geistig suchenden Leser wird damit eine Ordnung angeboten, in der er seine Bedürfnisse leichter aufspüren und ihnen an einfühlsamen Texten nachgehen kann, die sich ihm niemals aufdrängen, sondern es beim Angebot belassen, so dass geistig-geistliches Gut stets in Freiheit verabreicht wird. Dieser klaren inhaltlichen Struktur entspricht die benutzerfreundliche grafische Gestaltung, die Susanne Pertiet verdankt wird, von der die Perlenfreunde seit langem einen Kanon künstlerischer Meditationsbilder kennen.

 

Thomas Gädeke

Januar 2011

 

Quelle: www.evangelisch.de

 

Anmerkung: Dr. Thomas Gädeke ist stellvertretender Direktor des Landesmuseums für Kunst- und Kulturgeschichte in Schleswig und Vorstandsmitglied des Freundeskreises Schloss Gottorf e.V.